Entstehung von Ischias

Der Entstehung von Ischiasschmerzen können mehrere Ursachen zugrunde liegen. Dies sind in erster Linie Reizungen und Kompressionen des Ischiasnervs durch Bandscheibenvorfälle, Rückenmarktumoren, degenerative Wirbelsäulenerkrankungen oder auch muskuläre Erkrankungen. Der Nerv kann zudem durch von außen zugeführte Schädigungen des Körpers (z. B. durch operative Eingriffe), Frakturen oder eine Auskugelung des Hüftgelenks (Hüftgelenksluxation) gereizt werden.

Entstehung eines Bandscheibenvorfalls

Ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lenden- und Kreuzwirbel ist die häufigste Ursache von Ischiasschmerzen, er wird in 9 von 10 Fällen diagnostiziert. Bei einem Bandscheibenvorfall treten Gewebe der Bandscheibe in den Wirbelkanal der Wirbelsäule vor und drücken auf das Rückenmark oder auf die Wurzeln der zwischen den Wirbeln entspringenden Nerven. Bei 97 % aller diagnostizierten Bandscheibenvorfälle sind die Bandscheiben zwischen den letzten Lendenwirbeln (L4-L5) oder zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein (L5-S1) betroffen – also Bereiche, aus denen der Ischiasnerv entspringt. Die Entstehung kann unterschiedliche Ursachen haben. Oftmals sind starke und vor allem einseitige Belastungen der Wirbelsäule oder eine schwache paravertebrale Muskulatur (neben den Wirbeln gelegene Muskulatur) verantwortlich. Auch für Bandscheibenvorfälle kann es eine erbliche Veranlagung (genetische Prädisposition) geben.

Entstehung degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen

Zu den degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen zählen die Diskopathie (betrifft die Bandscheiben), die Spondylose (betrifft die Wirbelkörper) und die Spondylarthrose (Arthrose betrifft die Zwischenwirbelgelenke). Diese Erkrankungen beschreiben Verschleißerscheinungen, die primär aufgrund des zunehmendem Alters und der zunehmender Belastung des Patienten entstehen. Die Krankheiten können jedoch auch sekundär als Folge anderer Erkrankungen wie Fehlstellungen, Verletzungen und Entzündungen der betroffenen Strukturen auftreten. Zudem scheint es eine erbliche Veranlagung (genetische Prädisposition) zu geben. Folgen der Erkrankungen können Einengungen des Wirbelkanals und Druck auf die Nervenwurzeln der jeweils entspringenden Nerven sein.

Entstehung von Rückenmarktumoren

Rückenmarktumoren sind meist gutartige Tumoren, die selten auftreten und meistens ältere Menschen betreffen. Sie entwickeln sich häufig aus der Innenfläche der im Wirbelkanal verlaufenden Hirnhaut (Meningeom) oder aus der Schicht, die die Nerven umhüllt (Neurinom). Die meisten Rückenmarktumoren wachsen langsam. Da der knöcherne Wirbelkanal nicht nachgeben kann, wird erst das Rückenmark verlagert und schließlich eingeklemmt, wodurch Schmerzen hervorgerufen werden.

Enstehung muskulär bedingter Nervenkompressionen

Eine Erkrankung, die eine muskulär bedingte Kompression des Ischiasnervs hervorrufen kann, ist das Musculus-Piriformis-Syndrom. Dabei treten starke Schmerzen der Gesäßregion auf. Ursache ist eine einseitige Belastung des betroffenen Muskels, des Musculus piriformis. Dies geschieht vor allem bei langem einseitigen Sitzen oder Heben von Gegenständen aus der Grätsche heraus. Als Folge verspannt sich der Muskel auf einer Seite, verkürzt sich und nimmt an Umfang zu. Dadurch kann er auf den Ischiasnerv an seiner Austrittsstelle aus dem Becken drücken und diesen reizen.

Lydia Köper

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