Therapie von Ischias

Es gibt eine Reihe medizinischer und therapeutischer Maßnahmen, die bei Ischiasschmerzen hilfreich sind. Die Zeit bis zur Regeneration der Nervenfunktion können sie im Allgemeinen aber nicht verkürzen, sie können nur unterstützend wirken. Nervenschmerzen brauchen etwa drei bis sechs Wochen, bis sie zurückgehen, manchmal auch länger.

In erster Linie wird eine Schmerztherapie durchgeführt, um die Lebensqualität der Betroffenen während des Heilungsprozesses zu verbessern. Eingesetzt werden entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antiphlogistika), einfache Schmerzmittel und neuropathische Schmerzmittel , entweder separat oder in Kombination. Wird mit diesen Medikamenten keine ausreichende Linderung erzielt, so können Injektionen durchgeführt werden. Es werden zwei Arten unterschieden: epidurale Injektionen, die im Bereich des Wirbelkanals eingesetzt werden, und Injektionen in den Nervenwurzelkanal. Sind die Schmerzen fast vollständig abgeklungen, kann mit einer Physiotherapie begonnen werden. Dadurch können verbleibende Muskelversteifungen gelöst werden und die volle Funktion der Gliedmaße kann langsam wiederhergestellt werden.

Therapie eines Bandscheibenvorfalls

Um Ischiasschmerzen dauerhaft zu therapieren, muss ihre Ursache beseitigt werden. In den meisten Fällen ist dies ein Bandscheibenvorfall. Bandscheibenvorfälle werden, wenn möglich, konservativ behandelt. Dabei wird den Betroffenen zuerst Bettruhe verordnet. Sie sollten auf einer möglichst harten Unterlage liegen und sich einer Stufenlagerung unterziehen, bei der auf dem Rücken liegend die Unterschenkel so hoch gelegt werden, dass Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Die Schmerztherapie erfolgt wie bereits für Ischias beschrieben.

Tritt eine deutliche Besserung der Beschwerden ein, kann mit der Physiotherapie begonnen werden. Dabei wird die Beweglichkeit langsam wiederhergestellt. Je nach Ursache des Bandscheibenvorfalls kann es dringend notwendig sein, dass der Patient grundlegende Dinge in seinem Leben ändert. Bei Übergewicht beispielsweise sollte das Gewicht reduziert werden. Betroffene sollten generell das Heben schwerer Lasten vermeiden. Da dies nicht immer umzusetzen ist, müssen sie lernen, schwere Arbeiten rückenschonend durchzuführen. Um weiteren Bandscheibenproblemen vorzubeugen, sollte die Rückenmuskulatur gezielt aufgebaut werden. Arbeiten die Betroffenen vorwiegend im Sitzen, so muss für eine Verbesserung der Haltung und ein Training der Rückenmuskulatur gesorgt werden.

Neben der konservativen Therapie gibt es beim Bandscheibenvorfall die Option einer Operation. Sie ist bei ca. 10 % der Bandscheibenvorfälle angezeigt und wird eingesetzt, wenn durch eine konservative Therapie keine Schmerzlinderung eintritt, sich der Bandscheibenvorfall wiederholt oder Lähmungserscheinungen auftreten. Bei der Operation werden in den Wirbelkanal vorgetretene Teile der Bandscheibe entfernt.

Therapie muskulär bedingter Nervenkompressionen

Beim Musculus-Piriformis-Syndrom ist zunächst eine starke Schmerztherapie notwendig. Um die normale Funktion des Muskels wiederzuerlangen, ist eine physiotherapeutische Behandlung erforderlich, die nur durch eine Schmerztherapie ermöglicht werden kann. Die normale Beweglichkeit des Muskels wird durch Massagen, osteopathische Manipulationen und Dehnen langsam wiederhergestellt. In schweren Fällen kann zudem eine operative Dekompression des betroffenen Nervs durchgeführt werden.

Lydia Köper

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